Edelmetalle

Den Namen verdanken diese speziellen Metalle ihrer aussergewöhnlichen Korrosionsbeständigkeit. Unter Normalbedingungen sind Edelmetalle sehr beständig und oxidieren kaum [1]. Weder Wasser noch Luft können den Edelmetallen etwas anhaben. Da die Metalle chemisch schwer in Reaktion zu bringen sind, verfügen sie über einen stabilen Zustand, weshalb sie sich zur Aufbewahrung und damit auch grundsätzlich als Wertspeicherungsmittel eignen. Seit Menschengedenken wurden Edelmetalle daher schon immer zur Herstellung von Schmuck und Münzen verwendet.

Chemische Eigenschaften

Die bekanntesten Edelmetalle sind Gold und Silber . Über die vergangenen Jahrhunderte wurden zusätzlich die Platinmetalle entdeckt, welche sich chemisch in leichte sowie schwere Platinmetalle unterteilen lassen. Zu ersteren gehören Ruthenium, Rhodium und Palladium , zu letzteren Osmium, Iridium und Platin [2]. Chemisch gesehen wird auch das Quecksilber zu den Edelmetallen gezählt. Bei gewöhnlichen Temperaturen ist das Quecksilber zwar flüssig, doch wird es aufgrund seiner chemischen Eigenschaften (Korrosions- und Säurebeständigkeit) den Edelmetallen zugerechnet. Halbedelmetalle indes sind Kupfer, Technetium, Rhenium, Antimon, Bismut und Polonium. Auch werden einige künstliche Elemente wie Bohrium, Hassium, Copernicum oder Darmstadtium zu den Edelmetallen gezählt [3]. Diese sind jedoch sehr kurzlebig. Deren praktische Relevanz ist daher klein, erwähnen sollte man sie bloss der Vollständigkeit halber. Da sie schneller zerfallen, als sie korrodieren können, steht auch der Beweis ihrer Korrosionsbeständigkeit noch aus [4].

Chemische Reaktion

Von den Edelmetallen klar abzugrenzen sind unedle Metalle wie Eisen, Aluminium oder Blei. Im Gegensatz zu den Edelmetallen werden diese Metalle von nichtoxidierenden Säuren angegriffen, weshalb sie ihre Beständigkeit weniger gross ist. Unter Verwendung genügend aggressiver Chemikalien wie oxidierender Säuren lassen sich letztlich auch Edelmetalle in Lösung bringen. So lösen sich Gold und einige Platinmetalle beispielsweise in Königswasser auf. Silber wiederum reagiert mit Salpetersäure. Die Metalle werden dabei an der Oberfläche oxidiert. Als dünne Schicht wird ein solches Oxid danach sichtbar. Auch mittels Cyanidlösungen in Verbindung mit Luftsauerstoff lassen sich Reaktionen erzwingen, weshalb diese Reaktionsmethode oftmals im Bergbau zur Herauslösung von Gold und Silber aus Gestein verwendet wird.

Wertaufbewahrung und Aufbereitungsmethoden

Die Eignung der Edelmetalle als Wertaufbewahrungsmittel ist zum einen auf die Beständigkeit, zum anderen aber auch auf die geringen natürlichen Vorkommnisse zurückzuführen. Allgemein haben diese beiden Faktoren zur Folge, dass die Gewinnung der Edelmetalle meist sehr spezifische Aufbereitungsmethoden erfordert. So fallen viele Edelmetalle als Nebenprodukte bei der elektrolytischen Raffination [5] – also Verfeinerung und Veredelung – anderer Rohstoffe im sogenannten Anodenschlamm an. Neben der kostspieligen und aufwendigen Neugewinnung können Edelmetalle sodann auch über Recycling aus Photochemikalien, Katalysatoren, galvanischen Bädern oder elektronischen Geräten gewonnen werden [6].

Industrienutzen

Als Industriemetalle finden Edelmetalle vor allem in der Autoindustrie zur Herstellung von Katalysatoren Verwendung. Auch die Elektroindustrie bedient sich der Edelmetalle. Computer, Smartphones und andere elektrische Geräte nutzen beispielsweise Gold. Darüber hinaus setzen die Glas-, die Düngemittel sowie die Pharmaindustrie Edelmetalle ein [7]. In der Medizintechnik spielt Platin eine Rolle in der Fertigung von Herzschrittmachern oder zur Behandlung von Aneurysmata, um so die Erweiterungen von arteriellen oder venösen Blutgefässen zu heilen [8].

Zusammenfassung:

  • Edelmetalle sind schwer in chemische Reaktion zu bringen, weshalb sie überaus stabil sind.
  • Die bekanntesten Edelmetalle sind Gold und Silber. Ebenfalls dazu zählen die Platinmetalle und manchmal auch Halbedelmetalle wie Kupfer oder Bismut.
  • Von den Edelmetallen abzugrenzen sind unedle Metalle wie Eisen, Aluminium oder Blei, welche allesamt durch nichtoxidierende Säuren angegriffen werden.
  • Aufgrund ihrer Knappheit und Beständigkeit eignen sich Edelmetalle als Wertaufbewahrungsmittel.
  • In der Industrie finden Edelmetalle hauptsächlich zur Herstellung von Katalysatoren Verwendung.

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[1] https://edelmetallbuch.blogspot.com/2013/04/was-sind-edelmetalle.html
[2] https://www.chemie.de/lexikon/Platinmetalle.html
[3] https://flexikon.doccheck.com/de/Edelmetall
[4] https://sites.google.com/site/wwwbirgitveithedelmetallede/edelmetalle
[5] http://www.chemgapedia.de/vsengine/glossary/de/raffination.glos.html
[7] http://www.chemgapedia.de/vsengine/glossary/de/edelmetalle.glos.html
[8] https://www.heraeus.com/de/hpm/hmp_products_solutions/metals_industry/precious_metals_for_industry.html
[9] https://www.netdoktor.at/krankheit/aneurysma-7980

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