Goldbarren – langfristige und krisenfeste Anlage

Das Standardformat hat Einsteigern und erfahrenen Kapitalanlegern viel zu bieten und besitzt viele Vorteile gegenüber Münzen.

Mit einem Goldinvestment entscheiden sich Anleger für ein wertstabiles Asset, das viele Möglichkeiten bietet. Neben klassischen Goldmünzen stellen insbesondere Goldbarren eine gängige Form dar, die sich dank zahlreicher Stückelungen für nahezu jedes Budget eignet. Unter Experten gilt das gelbe Edelmetall als sichere Krisenwährung, die sich immer wieder bewährt hat. Dies belegt der Goldpreis, als ausschlaggebendes Wertbarometer: In kritischen Situationen steigt der Kurs, wie zum Beispiel während der Eurokrise 2011/2012 oder in der Corona-Krise 2020.

Goldbarren sind in vielen attraktiven Grössen von einem Gramm bis 12,5 Kilogramm erhältlich. Sie unterscheiden sich in Gewicht und Abmessungen und besitzen einen Goldgehalt, von mindestens 99,5 Prozent. Viele Anlagebarren verfügen sogar über eine höhere Feinheit von 999,9/1000. Durch den hohen Goldanteil richtet sich ihr Preis überwiegend am aktuellen Goldkurs aus. Er wird tagesaktuell an den internationalen Handelsplätzen, den Börsen festgelegt und in US-Dollar ausgegeben. Für das sogenannte Goldfixing – also die Bestimmung von Angebot und Nachfrage – ist der London Bullion Market verantwortlich, der seit dem 17. Jahrhundert über den Goldpreis entscheidet.

Nahaufnahme von zwei 100g Goldbarren aus der Schweiz
Nahaufnahmen von Schweizer Goldbarren.
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Goldbarren-Historie und Entwicklung

Die ältesten archäologischen Funde geben Hinweise darauf, dass Goldbarren bereits 4500 vor Christus hergestellt wurden. Dabei handelte es sich überwiegend um religiöse Figuren oder Formen, die an Tierfelle erinnern. Dokumentiert ist zudem, dass Goldbarren seit mehr als 4000 Jahren in den verschiedensten Formaten als Tausch- und Zahlungsmittel eingesetzt wurden – rund 1400 Jahre, bevor die ersten Münzen geprägt wurden. Ihre Bedeutung als Zahlungsmittel verloren Goldbarren in Europa allmählich mit Einführung des Papiergeldes, Ende des 13. Jahrhunderts. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg dienten Barren als physische Deckungssicherung für das Papiervermögen. Seither lagern sie vorwiegend in hohen Stückelungen in Tresoren als Wertspeicher.

Heute werden Goldbarren in erster Linie für den Anlagemarkt produziert. Sie besitzen eher handliche Grössen und sind teilweise auch für Sammler geeignet. Unterschieden wird dabei zwischen gegossenen und gestanzten Goldbarren. Die Herstellungsform ist abhängig vom Gewicht des Anlageprodukts. Barren bis etwa 100 Gramm werden meist geprägt. Dieses Verfahren, das auch bei der Herstellung von Münzen zum Einsatz kommt, ergibt feinere und glänzendere Oberflächen für eine attraktivere Optik. Für grössere Barrenformen ab 250 Gramm wird eher die Gusstechnik angewendet. Dadurch ergeben sich oft abgerundete Kanten und eine matte Oberfläche.

Der LBMA-Standard bürgt für Qualität und Echtheit

Für Anleger ist es nicht immer leicht, seriöse Angebote von Fälschungen zu unterscheiden. Gold stellt stets einen Wert dar und ist damit häufig der Gefahr ausgesetzt, kopiert zu werden – moderne Fälschungsmethoden machen es möglich. Daher sollten Goldinvestoren vor dem Kauf grundsätzlich Qualität und Echtheit der Anlageprodukte prüfen. Seriöse Edelmetallhändler können jedoch immer die Herkunft des Goldes belegen. Sei es durch Echtheitszertifikate oder durch die aufgeprägten Daten.

Ein 250 g Goldbarren auf einem Zertifikat des Herstellers liegend
Goldbarren werden heute meisst mit Zertifikat verkauft.
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Dabei unterstützt der Goldstandard nach »Good Delivery«-Vorgaben. Diese werden von der London Bullion Market Association (LBMA) definiert und berücksichtigt, neben dem Feingehalt von mindestens 995,0/1000, das Gewicht und die Masse von Goldbarren. Zum Standard zählen Barren mit den Gewichten zwischen 10,9 Kilogramm (entspricht 350 Feinunzen) und 13,4 Kilogramm (430 Unzen). Good Delivery-Barren dürfen nur im Millimeterbereich von den gesetzten Normen abweichen. Zu den Vorgaben zählt ebenfalls die Markierung der einzelnen Goldbarren mit einer Seriennummer, der Prüfnummer des Herstellers, Feinheit auf vier Stellen genau und das Herstellungsjahr. Diese Daten können aufgeprägt oder gestanzt sein. Goldbarren nach GD-Standard gelten international als unbeschränkt handelbar.

Hersteller, die bei der Produktion die strengen Anforderungen erfüllen, erhalten von der LBMA ein entsprechendes Handelszertifikat und sind in der Good Delivery List (GDL) aufgeführt. Sie werden in regelmässigen Abständen kontrolliert und können bei Abweichungen ihr Zertifikat verlieren.

-> Hier können Sie mehr über die LBMA und den London Bullion Market erfahren .

Die folgende Übersicht stellt einige der zahlreichen Goldbarren-Refiner vor, die über eine LBMA-Zertifizierung verfügen.

Hersteller Ort Land
Argor-Heraeus SA Mendrisio Schweiz
Boliden Commercial AB Skelleftehamn Schweden
Cendres Métaux Biel Schweiz
Heimerle + Meule GmbH Pforzheim Deutschland
Heraeus Ltd. Fanling Hong Kong
Japan Mint Osaka Japan
Kennecott Utah Copper LLC Magna USA
Metalor Technologies SA Marin Schweiz
Pamp SA Castel San Pietro Schweiz
Rand Refinery Ltd. Germinston Südafrika
Royal Canadian Mint Ottawa Kanada
Schöne Edelmetaal BV Amsterdam Niederlande
Umicore Sa Refining Hoboken Belgien
Valcambi S.A. Balerna Schweiz
Western Australian / Perth Mint Perth Australien

 

Beliebte Goldbarren und Sonderformen

Auch abseits der grossen Kilo-Barren ist zertifiziertes Gold in vielen handlichen Einheiten von 0,5g bis 1 Kilogramm sowie von 1/10 bis 10 Unzen erhältlich. Beliebte Anlagegrössen markieren Goldbarren zu 100 Gramm oder zu einer Feinunze, da sie das beste Preis-/Leistungsverhältnis abgeben. Als Faustregel gilt, je höher das Gewicht, desto geringer fällt der Aufpreis aus. Dahinter verbergen sich Handelsaufschläge, die den reinen Edelmetallwert übersteigen. Grundsätzlich ist die Produktion kleinerer Einheiten mit höheren Kosten verbunden.

Dutzende 1 kg Goldbarren nebeneinander
1 kg Goldbarren sind bei Grossinvestoren beliebt.
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Über klassische Barren hinaus gibt es zudem die Anlageform der Münzbarren. Sie besitzen einen aufgeprägten Nennwert und gelten damit als gesetzliches Zahlungsmittel im Ausgabeland. Ein beliebter Gold-Münzbarren ist »Dragon Rectangular«, der von der australischen Münzprägestätte Perth Mint ausgegeben wird. Durch die aufwendig gestalteten Motivseiten ist er ebenfalls bei Numismatikern gefragt.

Mit den Goldtafelbarren kommt ein weiterer Trend aus Deutschland. Dabei handelt es sich um zusammengesetzte, rechteckige Goldplättchen, die über Sollbruchstellen verfügen – ähnlich wie bei einer Schokoladentafel. Sie kombinieren die Vorteile kleiner Münzeinheiten mit gewöhnlichen Barren. Die Goldtafel besteht aus Stückchen von 0,5 oder 1 Gramm sowie 1/10 Unze und kann zu 5 bis 100 kleiner Barren aufweisen. Bei Bedarf können einzelne Teile aus der Tafel herausgebrochen und veräussert werden.

Vor- und Nachteile von Goldbarren:

Im Vergleich zu Goldmünzen und Silberbarren haben Goldbarren viele Vorteile, die bereits beim Kauf deutlich werden. So ist die Herstellung von Barren weit weniger aufwendig als bei Münzen. Der Grund liegt darin, dass Münzdesigns speziell angefertigt werden. Zudem ist der Prägevorgang langwieriger. Anlagebarren haben in der Regel keine aufwendig gestalteten Motive, sondern weisen meist nur die technischen Daten und das Logo des Produzenten auf. Daher werden Barren im Verhältnis gesehen günstiger angeboten als Münzen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Anlagegold in vielen Ländern mehrwertsteuerfrei gekauft werden kann. Beim Kauf von Silbermünzen oder -barren fällt hingegen die landesübliche Mehrwertsteuer an, sodass Anleger weniger Edelmetall für ihr Vermögen bekommen.

Goldbarren gelten weltweit als begehrte Handelsware, insbesondere wenn es sich um standardisierte Good Delivery-Barren handelt. Sie können nahezu überall zu Geld gemacht werden und sind vielfältig handelbar bei Banken oder Edelmetallhändlern. Durch die aufgeprägte oder einstanzte Seriennummer können Goldbarren jederzeit eindeutig zugeordnet werden und sind nachverfolgbar.

Echtheitszertifikate und fälschungssicher Hologramme

Häufig verfügen Goldbarren darüber hinaus über Echtheitszertifikate, die genaue Auskunft über Herkunft und Qualität des Goldes geben. Diese Zertifikate benötigen zwar etwas mehr Platz bei der Unterbringung als zum Beispiel Münzen, doch erfahrene Anleger wissen die Urkunden zu schätzen, da sie den Weiterverkauf der Barren erleichtern können. Gleichzeitig dienen sie der Fälschungssicherheit.

Ein Kinebar dessen ganze oberfläche mit einem Hologramm versehen ist
Die Hologramme auf Kinebarren dienen der Fälschungssicherheit.
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Alternativ sind sogenannte »Kinebars« erhältlich. Dabei handelt es sich um eine Art Hologramm, das auf der Barrenrückseite enthalten ist. Diese Technologie ist eine Erfindung des Schweizer Prägeunternehmens Argor-Heraeus SA, das die Hologrammbarren auch im Kundenauftrag herstellt. So lässt zum Beispiel die Münze Österreich die »Kinebar Lipizzaner Goldbarren« in der Schweiz fertigen. Das Kinegramm gilt als besonders fälschungssicher und garantiert die Echtheit des Barrens. Kinebars werden in vielen unterschiedlichen Stückelungen von 1 – 20 Gramm oder zu einer Unze angeboten. Durch ihre attraktive Optik sind sie auch bei Sammlern beliebt.

Zusammenfassung:

  • Goldbarren stellen eine langfristige Kapitalanlage dar, die sich bereits vielfach als krisenfest bewährt hat.
  • Durch die LBMA-Standardisierung geniessen Good Delivery-Barren eine weltweite Akzeptanz.
  • Dank aufgeprägter Seriennummer sind Goldbarren jederzeit identifizier- und nachverfolgbar.
  • Der Kauf von Goldbarren ist in vielen Ländern von der Mehrwertsteuer befreit.
  • Echtheitszertifikate oder Schweizer Kinegramme sorgen für eine hohe Fälschungssicherheit.
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