Goldmünzen – beliebte Anlageform und Sammlerstücke

Gegenüber Goldbarren besitzen Goldmünzen viele Vorteile und haben sich als Kapitalanlage in Krisenzeiten bewährt

Bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus wurden Goldmünzen als Währung geprägt. Sie galten als vielseitiges Tauschmittel und konnten aufgrund ihrer handlichen Grösse leicht transportiert werden. Ihre Ära als Zahlungsmittel endete allerdings im 20. Jahrhundert mit Beginn des Zweiten Weltkriegs. Heute werden Goldmünzen weltweit ausschliesslich für den Sammler- und Anlagemarkt produziert und erfreuen sich grosser Beliebtheit. Auch als Geschenk zu besonderen Anlässen eignen sich die glänzenden Stücke. So gehört es zur guten Schweizer Tradition, dass Kinder zum Geburtstag, zur Erstkommunion oder zur Konfirmation ein Gold-Vreneli erhalten. Dabei handelt es sich um eine beliebte, historische Goldmünze, die von der Swiss Mint (früher Eidgenössische Münzstätte) ausgegeben wird.

Das Vreneli besteht aus 90 Prozent Gold und verfügt über eine 10-prozentige Kupferlegierung. Das sorgt für einen attraktiven rötlichen Schimmer und macht die empfindliche Goldoberfläche widerstandsfähiger gegen Kratzer und andere mechanische Beschädigungen. Geprägt wurde die Schweizer Goldmünze zwischen 1897 und 1949 in einer Auflage von knapp 62 Millionen Stück. Hauptsächlich wurde dabei das 20-Franken-Stück produziert.

Mehrere 20 Franken Goldvreneli neben- und übereinander
Die weit verbreiteten 20 Franken Goldvreneli.
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Die Bedeutung von Feingehalt und Prägequalität

Viele moderne, internationale Prägungen wie Australian Kangaroo (AUS), China Panda (CHN), Maple Leaf (CAN) oder Wiener Philharmoniker (AUT) sind heute nahezu aus reinem Gold geprägt. Ihre Feinheit beträgt 999.9/1000, in seltenen Fällen sogar 999’99 Tausendstel. Entsprechend nah orientiert sich ihr Preis am aktuellen Goldkurs. Dennoch gelten die meisten von ihnen als gesetzliches Zahlungsmittel im jeweiligen Ausgabeland. Darauf weist der aufgeprägte Nennwert hin. Wobei der Materialwert das Nominal um ein Vielfaches übersteigt. Ihre grösstenteils aufwendigen Motive, der damit verbundene Sammlerwert sowie Angebot und Nachfrage sorgen häufig für Aufgelder im ein- bis dreistelligen Prozentbereich über dem Goldpreis.

Ausschlaggebend für den Wert einer Goldmünze ist ebenfalls die Prägequalität respektive ihr Erhaltungsgrad. Umlaufmünzen wie Vreneli werden nach ihrem aktuellen Zustand bewertet, der zwischen »vorzüglich« bis »gering erhalten« eingestuft werden kann. Je besser das Münzbild erhalten ist, desto höher ist ihr numismatischer Wert. Frisch geprägte Sammlermünzen entstehen dagegen heute häufig in der höchsten Prägequalität »Polierte Platte». Bei diesem Verfahren werden Stempel und Ronden vor dem Prägen poliert. Dadurch erscheinen die matten Motive besonders brillant. Bei den Anlagemünzen kommen hingegen überwiegend die Standardqualitäten »Stempelglanz« oder »Unzirkuliert» zum Einsatz. Da klassische Bullionmünzen oft in hohen Auflagen produziert werden, verzichten die meisten Prägestätten hierbei auf die aufwendigeren Herstellungsprozesse.

Beliebte Goldmünzen und gebräuchliche Einheiten

Eingeteilt sind Goldmünzen in Stückelungen zu Unzen, Gramm oder Nominal. Häufig gefragt sind Einheiten zu 5, 2, 1, 1/2, 1/4, 1/10 oder 1/20 Unzen. Wobei die Feinunze (1 oz) zu 31,1034768 Gramm das Mass der Dinge ist und von den meisten Goldinvestoren bevorzugt wird. Daneben erscheinen auch immer Sonderprägungen, wie zum Beispiel die »Kleinste Goldmünze der Welt«. Sie besitzt einen Durchmesser von knapp drei Millimetern und wiegt nur 0,063 Gramm. Ausgegeben wurde sie 2020 von der Swiss Mint mit einem Nennwert von 1/4 Schweizer Franken bei 1/500 Goldunzen. Ihre Bildseite zeigt die Miniatur des bekannten Zungenportraits von Albert Einstein, das nur unter der Lupe erkennbar ist.

Verschiedene Bullionmünzen nebeneinander
Einige der beliebtesten Anlagemünzen.
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Nachfolgend finden Sie eine Liste der beliebtesten Goldmünzen für Anleger und Sammler und deren Auflagenzahlen in der Stückelung zu 1 Unze / 30 Gramm:

Goldmünze Land Feinh. Auflage 1990 Auflage 2000 Auflage 2010 Aktuelle Auflage
American Eagle USA 916.7 373’210 433’319 1’125’000 817’500 (2016)
Aus. Kangaroo AUS 999.9 300’000 65’556 152’229 188’921 (2018)
China Panda CHN 999 54’000 29’005 101’000 < 1’000’000 (2019)
Krügerrand ZAF 916.6 391’393 613’870 613’870 833’261 (2013)
Libertad MEX 999.0 109’193 (1991) 2’730 4’000 2’050 (2018)
Lunar Serie I, II AUS 999.9 16’593 (1996) 30’000 30’000 30’000 (2019)
Maple Leaf CAN 999.9 815’000 86’000 1’036’832 1’050’564 (2013)
W. Philharmoniker AUT 999.9 484’500 245’700 501’951 318’334 (2018)

 
Hinweis: Viele Prägestätten gehen inzwischen dazu über, keine konkreten Auflagenzahlen mehr anzugeben und veröffentlichen nur noch die jährlich produzierten Unzen je Edelmetall.

Die Vorteile von Goldmünzen

Wie kaum ein anderes Produkt haben sich Goldmünzen während der letzten Jahrzehnte immer wieder als krisenfeste Wertanlage bewährt. Dabei zeichnen sie sich durch viele Vorteile gegenüber Goldbarren aus. Im Gegensatz zu den kantigen Blöcken tragen die runden Goldstücke bis auf wenige Ausnahmen keine Seriennummern und sind somit nicht nachverfolgbar. Damit eignen sie sich hervorragend für den anonymen Kauf. Anlagemünzen werden zudem überwiegend ohne Zertifikat ausgegeben, wodurch sie sich platzsparender unterbringen lassen, zum Beispiel im bankenunabhängigen Schliessfach.

Durch ihre reichen und teils sehr aufwendigen Motive lassen sich Goldmünzen jederzeit wieder gut verkaufen. Sie sind gefragtes Handelsprodukt bei privaten Anlegern, Edelmetallhändlern oder Banken. Insbesondere wenn es sich um bekannte und beliebte Ausgaben wie African Wildlife, American Eagle, Britannia, Lunar-Serie oder The Queen’s Beasts handelt. In der Produktion sind Goldmünzen aufgrund der Motivprägung allerdings etwas aufwendiger als Goldbarren, was sich in vergleichsweise höheren Anschaffungspreisen niederschlägt.

Anders als bei Silbermünzen bleibt der Kauf von Goldmünzen bis auf wenige Ausnahmen von der Mehrwertsteuer befreit. Dazu dürfen die Münzen nicht vor dem 19. Jahrhundert geprägt worden sein und müssen als gesetzliches Zahlungsmittel im Ausgabeland verwendet werden können. Darüber hinaus sollten sie einen Feingehalt von mindestens 900/1000 Gold aufweisen. Daher scheiden Medaillen aus, die häufig nur aus einer Goldlegierung bestehen und keinen aufgeprägten Nennwert besitzen.

Erhältlich sind Goldmünzen in unterschiedlichen Verpackungen. Je nach Ausführung sind sie einzeln in Folie verschweisst oder transparent gekapselt. Anlagemünzen werden häufig in Kunststofftuben zu 10, 20 oder 25 Münzen angeboten. Für Grossinvestoren bieten sich darüber hinaus sogenannte Masterboxen an, die gleich mehrere Tuben beinhalten.

Fälschungen und Sicherheitsmerkmale

Kein Wunder, dass bei so viel glänzendem Wert Fälschungen und Plagiate nicht weit sind. Waren Nachahmungen früher sogar von Laien erkennbar, sind diese heute derart professionell erstellt, dass selbst Fachleute zu speziellen Methoden und Geräten greifen müssen, um sie zu entlarven. So tauchen beispielsweise immer wieder Fälschungen der Krügerrand Goldmünze auf, die kaum vom Original zu unterscheiden sind. Das bekannte Motiv mit dem Springbock ist detailgetreu nachgebildet. Hergestellt sind die Nachbildungen meist aus dem Übergangsmetall Wolfram, das ein ähnliches Gewicht wie Gold aufweist. Seltener bestehen die Münzen aus Messing. Erschwerend kommt hinzu, dass die Plagiate häufig mit einer hauchdünnen Goldauflage versehen sind und dadurch über eine authentische Haptik verfügen.

Viele Münzhersteller gehen heute dazu über, in ihre Goldmünzen winzige Lasergravuren oder Privy-Marks zu integrieren. Sie dienen der Fälschungssicherheit und lassen sich allenfalls mit erheblichem Aufwand kopieren. So verfügt zum Beispiel der Revers der Maple Leaf Goldmünze seit 2013 über ein zusätzliches Miniatur-Ahornblatt mit Jahreszahl als Sicherheitsmerkmal.

Bild eines Maple Leafs mit Lasergravur
Der Maple Leaf verfügt seit 2013 über eine Lasergravur.
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Wissenswertes zu Goldmünzen in der Zusammenfassung:

  • Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden Goldmünzen noch als Zahlungsmittel eingesetzt.
  • Heute werden weltweit Goldmünzen für den Sammler- und Anlagemarkt produziert.
  • Gold-Vreneli und Helvetia sind beliebte Schweizer Münzen, die häufig zu besonderen Anlässen verschenkt werden.
  • Feingehalt, Prägequalität, Motiv und Nachfrage bestimmen den Angebotspreis.
  • Goldmünzen haben im Vergleich zu Goldbarren viele Vorteile, hinsichtlich Unterbringung und Veräusserung.
  • Zu den auflagenstärksten Bullionmünzen zählen Maple Leaf, Krügerrand und Wiener Philharmoniker.
  • Fälschungen sind heute kaum von echter Ware erkennbar. Viele Prägestätten verzieren ihre Produkte daher mit individuellen Sicherheitskennzeichen.
Bild der Vorder- und Rückseite eines 20 Franken Goldvrenelis aus der Schweiz
20 Franken Goldvreneli.
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Bild der Vorder- und Rückseite eines Krügerrand
Krügerrand
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Bild der Vorder- und Rückseite eines Wiener Philharmoniker Goldmünze
Wiener Philharmoniker Gold.
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