Geschichte der Platinmünzen

Platin spielte als Edelmetall in der Münzherstellung lange Zeit überhaupt keine Rolle. Die Spanier betrachteten Platin lediglich als Abfallprodukt bei der Goldherstellung und allenfalls als Vorstufe des gelben Metalls. Sie nannten es deshalb auch „unfertiges Gold“. Nur in Russland kamen Platinmünzen im 19. Jahrhundert in den Zahlungsverkehr.
Die Idee, Platin auch für die Münzprägung zu nutzen, hatten die Demidows. Das russische Adelsgeschlecht war durch den Abbau von Silbererzen zu Reichtum gelangt. Die Familie des Grafen Demidow besaß große Ländereien im Ural und wollte nach dem Fund von Platinnuggets in den diversen Flüssen auch diese zu Geld machen. Der Familie gelang es, den russischen Grafen Georg von Cancrin von der Idee zu überzeugen, damals Finanzminister unter Zar Nikolaus I.

Der Zar war schnell für die Pläne gewonnen und ließ kurz darauf aus Platin reguläre Umlaufmünzen prägen. Von 1828 bis 1845 kamen Platinmünzen zu 3, 6 und 12 Rubel in den Zahlungsverkehr, auch als „Platindukaten“ bezeichnet. Die zeitgleich in Russland als Zahlungsmittel gebräuchlichen Silberrubel wurden dagegen „Weisse Dukaten“ genannt.

Rückseite der drei Rubel Platin Münze
Die erste Platinmünze stammt aus dem Zarenreich.
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Die Platindukaten zu 3 Silberrubel hatten die gleiche Größe wie die silbernen 25-Kopeken-Münzen. Dennoch waren sie leicht voneinander zu unterscheiden, da das spezifische Gewicht von Platin beinahe doppelt so groß ist.
Die Münzen wiegen 2 Solotniki und 41 Doli, wobei 1 Solotnik 4,265 g und 1 Dolej 0,044 g entspricht. Die Gewichtsangabe sowie der Hinweis „reines Ural-Platin“ wurden in die Münzen eingeprägt. Die Münzen zu 3 Rubel wiegen demnach 10,35 Gramm. Platinrubel bestehen zu rund 97 Prozent aus Platin.

Die Münzen waren bei den Russen aber nie besonders beliebt, vor allem aufgrund der matten Metallfarbe. Im Volksmund wurden sie deshalb meist etwas verächtlich als Serinkie (Grauchen) bezeichnet. Nur die Landbevölkerung mochte die unauffälligen Platindukaten, da sie einen Brand der damals weit verbreiteten Holzhäuser unbeschadet überstanden. Der Grund dafür liegt in der hohen Schmelztemperatur des Metalls von 1770 Grad Celsius.
Da die Herstellung der Platinmünzen damals sehr aufwendig war, wurde die Münzprägung im Juni 1845 eingestellt. Innerhalb von sechs Monaten konnte die Bevölkerung die Münzen in Silber- oder Goldmünzen umtauschen. Fast 80 Prozent der damals in Umlauf befindlichen Platinmünzen wurden so aus dem Verkehr gezogen und eingeschmolzen. Das erklärt auch, warum Platinrubel heute äußerst selten sind und teuer gehandelt werden.

Wo können Anleger oder Sammler Platinmünzen kaufen?

Platinmünzen können bei verschiedenen Banken oder im Münzfachhandel gekauft werden. Die Preise sind anbieterabhängig verschieden. Dort können die Münzen auch wieder verkauft werden, wenn etwa die gewünschte Wertsteigerung erreicht wurde oder das Bargeld benötigt wird. Alternativ nehmen Edelmetallhändler, Juweliere oder Edelmetallbörsen im Internet Platinmünzen in Zahlung. Vor einem Verkauf sollten die Preise sorgfältig verglichen werden.

Beliebte Platinmünzen im Überblick

Der Platinrubel

Zwischen 1828 und 1845 brachte die Münzpräge in Russland Platinrubel in den Verkehr. Die Münzen hatten einen Wert von 3, 6 und 12 Rubeln und wogen 10,3 Gramm, 20,6 Gramm und 41,2 Gramm. Diese Münzen sind heute nicht nur bei Investoren gefragt, sondern auch von Numismatikern heiß begehrt. Da die Nachfrage weit größer als der Bestand ist, sind weitere Wertsteigerungen zu erwarten.

Der Platin Koala

Vorder- und Rückseite einer Koala Platinmünze
Die beliebte Koala Platinmünze.
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Bei Sammlern und Anlegern beliebt ist die australische Platinmünze Koala. Die Anlegermünze wurde zwischen 1988 und 2000 geprägt und ist in Größen von 1/20 Unze bis 1 Kilogramm zu haben. Der Preis richtet sich nach dem aktuellen Platinpreis an der Rohstoffbörse. Auf einer Seite ist Königin Elisabeth von England eingeprägt, auf der Rückseite ein Koala in jährlich wechselnder Gestaltung.

Die Platin Noble

Diese Münze stammt von der britischen Insel „Isle of Man“. Als erste Anlagemünze aus Platin wurde die Platin Noble von 1983 bis 1997 geprägt. Auf der Vorderseite ist Königin Elisabeth von England zu sehen, das Revers ziert ein Wikingerschiff. Die Münze ist in Gewichtseinheiten von 1/20 bis 1 Unze erhältlich. Die Jahresauflage lag bei maximal 10.000 Münzen, zumeist aber deutlich darunter. Die Platin Noble wird zum Platin-Barrenpreis gehandelt.

Die Platinum Eagle

Vorder- und Rückseite einer Eagle Platinmünze
Die amerikanische Platinum Eagle Münze hat einen Nennwert von 100 Dollar.
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Die US-Anlagemünze American Platinum Eagle gilt sogar als offizielles Zahlungsmittel in den USA zum jeweiligen Nennwert. Allerdings verwendet kaum ein Amerikaner den Eagle zum Bezahlen. Denn der Platinwert der Münze liegt weit über dem Nennwert.
Den Platinum Eagle gibt es in folgenden Varianten:
• 1/10 Unze zu 10 $ Nennwert
• 1/2 Unze zu 25 $ Nennwert
• 1/2 Unze zu 50 $ Nennwert
• 1 Unze zu 100 $ Nennwert
Auf der Frontseite ist die Freiheitsstatue zu sehen, das Revers ziert ein jährlich wechselndes Adlermotiv. Münzsammler können den Platinum Eagle auch als „polierte Platte“ erwerben.

Die Platinum Maple Leaf

Die Maple Leaf ist gleich nach der südafrikanischen Krügerrand die beliebteste Anleger- und Sammlermünze. Sie ist in Gold, Silber, Palladium und auch Platin erhältlich. Angeboten wird sie bereits seit 1997 in Gewichten zwischen 1/20 Unze und 1 Unze. Im Prägeland Kanada gelten die Münzen mit Nennwerten zwischen 1 $CAN und 50 $CAN auch als offizielles Zahlungsmittel. Auch hier findet sich auf der Vorderseite das Konterfei Königin Elisabeths von England, die Rückseite ziert ein Ahornblatt, das Nationalsymbol Kanadas.

Platinmünzen als Geldanlage

Wer in das Edelmetall Platin investieren will, der kann sich entweder für Barren oder Münzen entscheiden. Zwar ist das Aufgeld für Platinmünzen etwas höher, dafür haben sie neben dem reinen Metallwert dank der hübschen Motive auch einen Sammlercharakter. Zudem erzielen besonders gefragte Sammlerstücke einen höheren Wertzuwachs als Platinbarren.
Platinmünzen sind im Vergleich zu Gold- oder Silbermünzen immer noch Exoten auf dem Markt. Allerdings sind die Nachfrage und damit auch die Auswahl an Münzen in den vergangenen Jahren gestiegen. Einige davon sind weiter oben im Text beschrieben. Die Münzen werden meist in der Prägequalität Stempelglanz, mitunter aber auch als Polierte Platte (Proof) angeboten.
Die hohe Wertdichte zählt zusammen mit der hohen Liquidität, dank der starken Nachfrage als Industriemetall, zu den klaren Vorteilen einer Platin-Anlage. Allerdings ist die Liquidität geringer als die von Gold, was zu größeren Spreads bei Platin führt.

Besteuerung von Platinmünzen

Anders als bei Gold muss beim Kauf von Platin auch die jeweils gültige Mehrwertsteuer entrichtet werden. In der Schweiz sind es 7,7 Prozent, in Deutschland sogar 19 Prozent. Ein Kostenfaktor also, der bei der Anlage berücksichtigt werden sollte.

Tipp: Eine legale Möglichkeit die Mehrwertsteuer auf Platin komplett zu vermeiden sind Zollfreilager oder offene Zolllager in der Schweiz, wie sie Swiss Gold Safe anbietet.

Anlagemünzen und Sammlermünzen

Anlagemünzen werden zum Zweck der direkten Geldanlage in ein Edelmetall, meist in höherer Auflage, hergestellt. Sie heißen auch Bullionmünzen. Gewicht und Feingehalt sind genau angegeben: Als Standard gilt die 1 oz Einheit, die rund 31,1 Gramm entspricht, bei einem Feingehalt von 999,5 Tausendstel. Mit dem Kauf einer solchen Münze erwirbt man also 31,1 Gramm reines Platin. Solche Anlagemünzen eignen sich besonders für Einsteiger. Auch größere Stückelungen sind erhältlich. Kleinere Stückelungen sind vergleichsweise teurer, dafür lassen sie sich aber auch leichter verkaufen.
Neben Anlagemünzen gibt es auch Sammlermünzen aus Platin. Letztendlich sind das auch Anlagemünzen, allerdings entscheidet der Markt mit der Zeit, welche Münzen zu beliebten Sammlerstücken werden.

Was sind Platinmünzen wert?

Der Weltmarktpreis für Platin (Spotpreis) bestimmt weitgehend auch die Preise der Anlagemünzen. Addiert wird allerdings ein kleiner Handelsaufschlag, das sogenannte Aufgeld. Zusätzlich wird die Mehrwertsteuer fällig (siehe oben). Sammlermünzen liegen aufgrund der zusätzlichen Wertsteigerung preislich darüber.

Aufbewahrung von Platinmünzen

Platinmünzen können entweder zuhause, in einer Bank oder in einem bankunabhängigen Safe gelagert werden, was Swiss Gold Safe anbietet.
Weitere Informationen zu Platin als Edelmetall finden Sie in unserem Artikel über Platin .

Informationen zu Platinmünzen in der Zusammenfassung:

  • Platinmünzen waren als Zahlungsmittel in der Vergangenheit einzig in Russland geläufig.
  • Heute sind Platinmünzen nur noch als Anleger- und Sammlermünzen verbreitet.
  • Platin ist als Edelmetall in der industriellen Fertigung gefragt, was auch künftig Preissteigerungen erwarten lässt.
  • Der Wert von Platinmünzen wird im Wesentlichen vom Spotpreis für das Edelmetall bestimmt.
  • Platinmünzen sind gute Anlageprodukte, dank hoher Wertdichte und guter Liquidität.
  • Durch ein Zollfreilager kann die Mehrwertsteuer eingespart werden.
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