Silberbarren: beliebtes und flexibles Anlageformat

Viele verschiedene Stückelungen machen Silberbarren für jedes Budget erschwinglich. Gegenüber Silbermünzen und Goldprodukten haben sie viele Vorteile.

Neben Goldbarren sind Silberbarren eine beliebte Anlageform mit dem Vorteil des günstigeren Kaufpreises für das einzelne Stück. Experten beobachten eine gesteigerte Silbernachfrage, wann immer der Goldpreis steigt: So legt der Silberpreis in der Regel mit einigem Sicherheitsabstand nach. Das wird insbesondere in Krisenzeiten deutlich. Dies verdeutlicht, dass Silber neben Gold ein begehrtes Krisenmetall ist und ein unabhängiges Investment darstellt.

Mit Silberbarren wählen Anleger ein handliches und gängiges Format, das in vielen unterschiedlichen Stückelungen von einem Gramm bis zu ca. 31 Kilogramm (good delivery bar, ca. 1’000 Unzen) verfügbar ist. Dadurch ist diese Anlageform für jeden Investor erschwinglich und kann jederzeit dem vorhandenen Budget angepasst werden. Dabei richtet sich der Wert eines Silberbarrens überwiegend nach seinem Gewicht. Er steht in direkter Abhängigkeit zum Silberpreis, der tagesaktuell an den weltweiten Edelmetallbörsen ermittelt wird. Gehandelt wird Silber in US-Dollar für eine Feinunze (31,1034768 g). Ebenso wird der Umrechnungskurs in Schweizer Franken täglich an den Finanzbörsen ermittelt.

Drei Silberbarren mit 250, 500 und 1000 Gramm
Silberbarren sind in verschiedenen Grössen erhältlich.
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Geschichte und Entwicklung der Silberbarren

Gegossene Barren aus Edelmetallen wie Gold, Bronze, Kupfer, Zinn oder Silber sind archäologischen Funden zufolge bereits aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus bekannt. Sie besassen zu dieser Zeit noch nicht die klassische Rechteckform heutiger Barren und wiesen unregelmässige, offenporige Oberflächen auf. Damals wie heute stellten die Metallblöcke eine begehrte Tauschware dar, die sich leicht transportieren liess und jederzeit wieder eingeschmolzen werden konnte.

Durch die Einführung des Papiergeldes in Europa zum Ende des 13. Jahrhunderts verloren Barren nach und nach ihre Bedeutung als Zahlungsmittel. Jedoch fungierten sie noch bis zum Zweiten Weltkrieg als Deckung des Papiervermögens. In den Tresoren der Zentralbanken sind sie manchmal weiterhin als Wertspeicher gelagert. Hierbei handelt es sich zumeist um grosse Industrie-Silberbarren (good delivery), die zwischen ca. 23 und 34 Kilogramm wiegen.

Heute werden Gold- und Silberbarren vorwiegend für den Anlagemarkt und verschiedentlich auch für Sammler in eher handlichen Einheiten hergestellt. Unterschieden wird dabei zwischen gestanzten und gegossenen Barren. Grössen bis etwa 100 Gramm werden üblicherweise gestanzt, daher heissen sie auch Prägebarren. Die Prägetechnik wird ebenfalls bei der Herstellung von Münzen angewendet und sorgt für feinere und glänzendere Oberflächen. Ab 250 Gramm aufwärts werden Silberbarren eher gegossen, weshalb sie eine matte und gröbere Oberfläche aufweisen. Häufig besitzen sie abgerundete Kanten.

Die LBMA-Standardisierung sorgt für eine breite Akzeptanz

Um das vielfältige Angebot an Silberbarren für Anleger übersichtlicher zu gestalten, wurde 1979 ein neuer Standard eingeführt. Die Zertifizierung legt die physischen Eigenschaften des Edelmetalls fest, wie Gewicht und Abmessungen, von denen nur im geringen Mass abgewichen werden darf (max. 15 – 40 mm Toleranz). Festgelegt wird der Standard von der renommierten London Bullion Market Association (LBMA), deren Historie bis ins Jahr 1919 zurückreicht. Zugelassene Barren müssen dem »Good Delivery Standard« entsprechen. So muss ihr Feingehalt mindestens 999/1000 Silber betragen und über aufgeprägte oder eingestanzte Wert- und Herstellerangaben sowie eine Seriennummer verfügen. GD-Silberbarren haben ein Gewicht von 23,3 kg (750 oz) bis 34,2 kg (1100 oz). Sie gelten international als uneingeschränkt handelbar.

Die LBMA führt Edelmetalllisten von Herstellern, die bankhandelsfähige Silberbarren herstellen. Die zugelassenen Produzenten und Scheideanstalten müssen sich jedoch regelmässigen Prüfungen einer unabhängigen Kommission unterziehen. Viele Banken beschränken ihren Handel heute auf Anlagebarren von zertifizierten Herstellern mit GDL-Status.

-> Erfahren Sie mehr über die LBMA und den London Bullion Market.

Beliebte und bekannte Silberbarren

Zur Anlage eignen sich jedoch nicht nur Good Delivery-Barren. Insbesondere Kleinanleger bevorzugen Silberbarren zu 100, 250 oder 1000 Gramm sowie zu einer Silberunze (31,103 g). Darüber hinaus sind sogenannte Silbermünzbarren erhältlich, die einen aufgeprägten Nennwert aufweisen und damit eigentlich den Status von Münzen besitzen. Sie verfügen häufig über attraktive Motive, wie zum Beispiel Dragon Rectangular (AUS), Cook Island (AUS) oder Eule von Athen (NIU).

Nachfolgend finden Sie eine Liste mit internationalen Herstellern bekannter Silberbarren, die überwiegend LBMA-zertifiziert sind.

Hersteller Ort Land
Argor-Heraus SA Mendrisio Schweiz
Britannia Refinded Metals Ltd. Gravesdend England
Cendres Métaux Biel Schweiz
Heimerle + Meule GmbH Pforzheim Deutschland
Heraeus Holding GmbH Hanau Deutschland
Metalor SA Neuenburg Schweiz
Pamp SA Castel San Pietro Schweiz
Rand Refinery Ltd. Germinston Südafrika
Royal Canadian Mint Ottawa Kanada
Schöne Edelmetaal BV Amsterdam Niederlande
Umicore AG & Co.KG Brüssel Belgien
Valcambi Balerna Schweiz
Western Australian / Perth Mint Perth Australien

Stand: Juni 2020

Vor- und Nachteile von Silberbarren:

Gegenüber Silbermünzen geniesst die Barrenform viele Vorteile. Klassische Silberbarren sind in der Herstellung weniger aufwendig als Münzen, weshalb sie für günstigere Preise angeboten werden können. Somit erhalten Anleger mehr Silber für ihr investierbares Vermögen. Durch die aufgeprägte Seriennummer sind sie eindeutig zu identifizieren und jederzeit nachverfolgbar. Darüber hinaus werden moderne Barrenprodukte häufig mit einem Zertifikat geliefert, was ihre Herkunft und die Authentizität belegt. Dadurch lässt sich das Weissmetall bei Bedarf wesentlich leichter verkaufen. Silberbarren sind heute weit verbreitet und werden über den klassischen Edelmetallhandel (stationär und online) sowie über Banken vertrieben. Auf dem gleichen Weg können sie später auch wieder veräussert werden.

Drei Silberbarren
Barren eignen sich zur Zollfreien Lagerung.
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Einziges Manko stellt die Mehrwertsteuer dar. Denn anders als Anlageprodukte aus Gold, ist Silber mehrwertsteuerpflichtig. In der Schweiz fallen 7,7 Prozent an, die zum Nettopreis addiert werden müssen. Kaufen Investoren in Deutschland ein, müssen sie sogar 19 Prozent aufschlagen. Doch Anleger müssen nicht verzagen, denn es gibt Möglichkeiten die Mehrwertsteuer ganz oder teilweise zu sparen.

-> Erfahren Sie mehr zur Differenzbesteuerung bei Münzbarren.

Für Anleger, die ihre Silberbarren nicht selbst lagern möchten, empfiehlt sich zudem die Unterbringung in sogenannten Zollfreilagern oder offenen Zolllagern in der Schweiz – zum Beispiel bei Swiss Gold Safe. Über einen Schweizer Edelmetallhändler, wie Echtgeld AG können Investoren Silber kaufen und direkt an das Zollfreilager liefern lassen. Auf diese Weise fällt keine Mehrwertsteuer an.

-> Alle Details zu Zollfreilagern in der Schweiz können Sie hier nachlesen.

Die Eigenschaften von Silberbarren in der Übersicht:

  • Silberbarren sind in vielen attraktiven Stückelungen von 1 Gramm bis 34 Kilogramm für jeden Geldbeutel zu haben.
  • Ihr Preis orientiert sich nah am aktuellen Silberkurs.
  • Dank LBMA-Zertifizierung erhalten Anleger standardisierte, international handelbare Good Delivery-Silberbarren.
  • Mehr Silber fürs Geld erhalten: Barren sind günstiger als Münzen.
  • Zollfreilager ermöglichen den mehrwertsteuerfreien Kauf und die Lagerung.
Vier Silberbarren von je 250 Gramm
Silberbarren, eine interessante Investitionsmöglichkeit.
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