Physisches Gold für Einsteiger: Was Sie wissen sollten

Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zum Thema physisches Gold:

Einführung

Gold ist mehr als nur irgendein Rohstoff. Das begehrte Edelmetall ist knapp, wertvoll sowie praktisch unzerstörbar und dient seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen als Wertaufbewahrungsmittel. Es bildete zudem die Grundlage unseres heutigen Geldsystems und ist auch für verschiedene industrielle Anwendungen und für die Herstellung von hochwertigem Schmuck ein gefragter Rohstoff.

Seit geraumer Zeit geniesst Gold zudem einen besonderen Ruf als Krisen- und Inflationsschutz. Aber auch viele Finanzexperten, die keine Krise am Horizont aufkommen sehen, empfehlen Sparern eine Beimischung von Gold, um das Gesamtrisiko von Portfolios zu senken. Wenn auch Sie den Kauf von Gold erwägen oder sich allgemein für das Thema interessieren, haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Physisches Gold versus Wertpapiere auf Gold

Wer Gold zu Sparzwecken kaufen möchte, hat zwei grundlegende Möglichkeiten. So ist es nicht nur möglich, physisches Gold, sondern auch Wertpapiere mit einem Bezug auf das Edelmetall zu erwerben. Physisches Gold bezeichnet dabei den Rohstoff in seiner materiellen Form. Für Sparer kommen dabei allerdings vor allem bestimmte Arten von Goldbarren oder Goldmünzen infrage, die als sogenanntes Anlagegold spezifische Anforderungen erfüllen müssen. Im Vergleich dazu sind Goldschmuck, Goldgranulat, Alt- oder Zahngold für Sparer aus mehreren Gründen – vor allem wegen der uneinheitlichen Feinheit, das typische Fehlen eines renommierten Herstellers und vor allem steuerlichen Nachteilen – ungeeignet. So ist der Kauf von Anlagegold in der Schweiz von der Mehrwertsteuer befreit. Ein Grossteil des physischen Goldes wird übrigens von Raffinieren in der Schweiz hergestellt.

Goldmünzen und Goldbarren auf schwarzem Hintergrund
Für Sparer gedacht: physisches Gold
© Dmitry - stock.adobe.com

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Wertpapieren mit einem Bezug zu Gold. Für diese hat sich auch der Terminus Papiergold eingebürgert. Wir wollen hier nur die wichtigsten davon skizzieren, nämlich:

Der Begriff Gold-Aktien oder Gold-Minenaktien bezieht sich umgangssprachlich auf die börsengehandelten Anteilsscheine von Unternehmen, die sich vor allem auf den Abbau von Gold konzentrieren, sogenannte Minen. Mit den Goldpreisen klettern oft auch deren Wertpapierkurse. Gleichzeitig können aber auch abbautechnische, logistische oder wirtschaftliche Probleme des jeweiligen Unternehmens selbst bei steigenden Goldpreisen zu sinkenden Minenaktienkursen führen.

Bei Gold-ETCs handelt es sich – wie der Name Exchange Traded Commodities bereits andeutet – ebenfalls um börsengehandelte Papiere, allerdings um Inhaberschuldverschreibungen. Diese bilden den Goldpreis ab und oft besteht auch eine physische Golddeckung bzw. ein Auslieferungsrecht des Goldes. Bei einer Insolvenz des Emittenten können hier jedoch Verluste für Sparer drohen.

Dieses Risiko droht bei Edelmetall-ETFs bzw. Gold-ETFs nicht, da bei diesen börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Funds) das Fondsvermögen wie bei sämtlichen Investmentfonds Teil eines Sondervermögens ist. Dieses kann nicht in die Insolvenzmasse einfliessen, sondern steht den Eigentümern der Fondsanteile zu. Allerdings erhalten klassische, reine Gold-ETFs in einigen Ländern – etwa in Deutschland – aus rechtlichen Gründen keine Zulassung.

Gold-Futures sind eher für Börsen- bzw. Rohstoffprofis und Wettbegeisterte als für klassische Sparer geeignet. Es handelt sich hier nämlich um unbedingte Termingeschäfte, bei denen Gold zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem fixen Preis gekauft oder verkauft werden muss.

Gold-Optionen ähneln diesen Futures. Allerdings hat der Käufer hier lediglich das Recht und nicht die Pflicht, den jeweiligen Kontrakt auszuführen. Das wird er nur dann tun, wenn das wirtschaftlich vorteilhaft ist, sich also der Goldpreis in eine für ihn lukrative Richtung entwickelt hat.

Gold-Zertifikate sind Wertpapiere, die den aktuellen Goldpreis ebenfalls abbilden. Allerdings besteht meistens kein Anspruch auf physisches Gold, sondern nur das Zahlungsversprechen des Emittenten. Deshalb ist das mit einer möglichen Insolvenz verbundene Emittentenrisiko für Sparer hier auch in der Regel noch höher als bei einem ETC.

Goldbarren

Eine beliebteste Form, um grössere Mengen von Gold zu sparen, sind Goldbarren. Da diese in verschiedenen Stückelungen von einem Gramm bis hin zu 12,5 Kilogramm erhältlich sind, bestehen hier vielfältige Möglichkeiten für praktisch jedes Budget.

Allerdings ist der Aufpreis zum reinen Materialwert besonders bei sehr leichten Barren höher, da die Herstellung von kleineren Einheiten  im Verhältnis zum Endpreis zu höheren Produktionskosten führt. Goldbarren enthalten in der Regel einen Anteil von mindestens 99,5 Prozent des begehrten Edelmetalls. Goldbarren, die zu Anlagezwecken dienen – auch Anlagebarren genannt – bestehen heute üblicherweise zu 99,99 Prozent aus Gold.

4 Goldbarren verschiedener Gewichte
Goldbarren sind eine Form von physischem Gold
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Für die Herstellung von Goldbarren haben sich zwei Techniken etabliert. Bei leichteren Barren bis zu einem Gewicht von 100 Gramm erfolgt die Herstellung in der Regel durch ein Prägeverfahren. Eine ganz ähnliche Technik kommt auch bei der Münzprägung zum Einsatz. Geprägte Barren sind an glänzenden Oberflächen zu erkennen. Grössere Goldbarren werden hingegen in Formen gegossen. Technologisch bedingt ist die Oberfläche hier etwas matter.

Für Käufer ist natürlich die Echtheit der erworbenen Goldbarren entscheidend. Deswegen erfolgt der Verkauf meistens zusammen mit Echtheitszertifikaten und in den letzten Jahren auch mit fälschungssicheren Hologrammen. Als besonders verlässlich gelten allgemein die Raffinerien, die auf der sogenannten Good Delivery List (GDL) stehen. Dabei handelt es sich um Hersteller, die die strengen Vorgaben der renommierten London Bullion Market Association (LBMA) erfüllen. Dementsprechend lässt sich ein Platz auf dieser Liste auch als Qualitätsmerkmal interpretieren. Zu unterscheiden davon sind die Good Delivery Bars (sogenannte Standardbarren), die für die meisten Privatleute ungeeignet sind. Das liegt auch am hohen Gewicht dieser Goldbarren von 400 Unzen – also mehr als 12,4 Kilogramm. Das sorgt für sehr hohe Kaufbeträge. Sparer, die eine Teilveräusserung in eher kleinen Stückelungen ihres physischen Goldes erwägen, sind mit sogenannten Tafelbarren besser bedient. Diese geprägten Barren verfügen über Sollbruchstellen zwischen den einzelnen Segmenten, durch die sich Teile des Goldbarrens bei Bedarf abtrennen und separat veräussern lassen.

Goldmünzen

Goldmünzen dienten früher als Währung, heute jedoch eher zur Wertaufbewahrung. Allerdings eignen sich für diesen Zweck nicht alle Münzen aus Gold gleichermassen gut. Empfehlenswert sind dafür in erster Linie die sogenannten Anlagemünzen. Während sich bei dieser Art von Münzen – die auch den Namen Bullionmünzen tragen – die Werthaltigkeit vor allem aus dem Wert des Edelmetalls ergibt, steht bei Sammlermünzen der jeweilige Sammlerwert im Vordergrund. Dieser ist aber oft Schwankungen und Moden unterworfen.

Typisch für Anlagemünzen ist ein hoher Feingehalt und das über lange Zeit (weitgehend) gleichbleibende Design. Das minimiert die Prägekosten und damit beim Kauf den Aufschlag zum reinen Edelmetallwert. Dennoch sind Anlagemünzen in der Anschaffung in der Regel teurer als Anlagebarren mit identischem oder ähnlichem Gewicht. Bullionmünzen sind genau wie Anlagebarren in unterschiedlichen Stückelungen erhältlich. Dabei ist bei den meisten Exemplaren ein Gewicht von einer Feinunze, also gerundet 31,1035 Gramm (exakt 31,1034768 Gramm), am beliebtesten.

Verschiedene Bullionmünzen nebeneinander
Einige der beliebtesten Anlagemünzen
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Die Auswahl an Goldanlagemünzen ist gross. Ein Klassiker ist hier etwa der Krügerrand. Südafrika prägt die weit über den afrikanischen Kontinent hinaus gefragte Bullionmünze bereits seit 1967 mit einem relativ niedrigen Feingehalt von 916,6/1000. Vor allem in Europa hat sich die österreichische Anlagemünze Wiener Philharmoniker zu einem echten Bestseller entwickelt, die einen sehr hohen Feingehalt von 999,9/1000 bietet. Zu den weltweit beliebtesten Goldanlagemünzen zählen ferner American Eagle, Australian Kangaroo, Britannia, China Panda und Maple Leaf. Auch die Schweiz bietet Sparern mit dem Goldvreneli und der Helvetia zwei berühmte Goldbullionmünzen.

Hohe Liquidität

Physisches Gold bietet viele Vorzüge. So zeichnet sich das Edelmetall nicht nur durch eine hohe Werthaltigkeit und Wertdichte aus, sondern ist auch praktisch unzerstörbar. Wichtig ist vielen Sparern zudem die hohe Liquidität, die vor allem das Anlagegold auszeichnet. Dieses lässt sich nicht nur weltweit bei einer Vielzahl von Edelmetallhändlern und Banken kaufen oder verkaufen. Auch die Handelsspannen sind sehr gering. Das sorgt wiederum dafür, dass Ankaufs- und Verkaufspreis nahe beieinanderliegen. Dadurch sind die Transaktionskosten für Privatleute, die Gold kaufen oder verkaufen möchten, niedrig. Allerdings ist es wichtig, hier einen seriösen Transaktionspartner zu finden, der nicht nur die Echtheit des Goldes garantieren kann, sondern auch faire Preise bietet. Wir lassen unseren Kunden generell die freie Wahl bezüglich ihrer Handelspartner, empfehlen Ihnen beim Handel mit Edelmetallen aber die Echtgeld AG. Denn bei diesem handelt es sich um in seriöses und verlässliches Edelmetallhandelsunternehmen mit langjähriger Erfahrung.

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Internationaler Goldhandel

Der internationale Goldhandel beeinflusst massgeblich die Verfügbarkeit, Qualität, Preisbildung und Standardisierung des physischen Goldes, das Kleinanleger erwerben. Dabei stehen für den globalen Handel zwei Handelsplätze im Zentrum, die sich in London und New York befinden. Beide haben zwar einen etwas unterschiedlichen Fokus. Deren Zusammenspiel hat dennoch unmittelbare Auswirkungen auf das Anlagegold und dessen Wert, das sich im Eigentum von Privatleuten befindet.

London ist seit vielen Jahren der wichtigste Umschlagplatz für den globalen und grossvolumigen Handel mit physischem Gold. Dabei läuft der grösste Teil der Transaktionen ausserbörslich (Over the Counter) über die London Bullion Market Association (LBMA) ab. Hierbei handelt es sich um eine traditionsreiche Organisation, deren Aufgaben sich vor allem auf Aspekte des Handels mit Gold- und Silberbarren sowie auf dessen Regulierung und Überwachung erstrecken. Als Akteure treten hier vor allem grosse institutionelle Marktteilnehmer, wie Zentralbanken, Raffinieren und Banken, in Erscheinung. Diese handeln Gold hier primär in Form der bereits erwähnten Gold Delivery Bars (sogenannte Standardbarren). Doch dieser physische Handel hat direkten Einfluss auf den Wert des Goldes, das Privatanleger besitzen und handeln. An diesem traditionsreichen Handelsplatz erfolgt die Fixierung des Weltmarktpreises für physisches Gold nämlich bereits seit dem Jahr 1919.

Der Handelsplatz in New York ist weniger eine direkte Konkurrenz, sondern eher eine Ergänzung. Die New York Commodities Exchange (COMEX) ist nämlich im Unterschied zu London kein direkter Spotmarkt-Handelsplatz, sondern der primäre Terminmarkt für den Goldhandel. Hier finden Transaktionen auf dem Börsenparkett sowie immer mehr über elektronische Handelssysteme statt. Verantwortlich ist hier die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die die Aufgabe hat, den Handel mit Futures und Optionen in den Vereinigten Staaten zu regulieren. Für Goldeigentümer hat der Handel an der COMEX ebenfalls Relevanz. Denn die Preisentwicklungen der Gold-Futures zeigen und beeinflussen die globalen Erwartungen an den Gold-Spotpreis und damit auch den Preis des physischen Goldes, über das Sparer verfügen.

Sichere Verwahrung von physischem Gold

Gold ist wertvoll und damit auch ein beliebtes Ziel für Langfinger. Daher sollten Goldeigentümer besonderes Augenmerk auf die Verwahrung ihres kostbaren Edelmetalls legen. Hier gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Wenig empfehlenswert ist dabei die Lagerung daheim. Denn professionelle Diebe spüren oft auch die raffinierten Verstecke auf. Die Anschaffung eines modernen Sicherheitssystems inklusive eines Tresors verschlingt aber schnell Unsummen, die dann auch nicht mehr für den Goldkauf zur Verfügung stehen. Einige Goldbesitzer weichen deswegen auf Bankschliessfächer aus. Da die Vermietung von Schliessfächern für die meisten Banken aber längst nicht mehr zum Kerngeschäft gehört, sind hier die Sicherheitsvorkehrungen oft nicht optimal bzw. veraltet.

Tresortüre mit Tastenfeld und Griff
Tresore bieten sicherheit bei der Verwahrung
© as-artmedia - stock.adobe.com

Deswegen empfehlen viele Experten, physisches Gold bei einem spezialisierten Lagerunternehmen aufbewahren zu lassen, das eine hochsichere Aufbewahrung des Edelmetalls gewährleisten kann. Hier ist die Schweiz ein besonders beliebter Standort. Denn die Alpenrepublik vereint eine grosse politische und wirtschaftliche Stabilität mit der schon sprichwörtlichen Diskretion und hohen Standards im Hinblick auf Datenschutz. Zudem lässt sich Anlagegold in Zollfreilagern oder offenen Zolllagern völlig legal sowohl umsatzsteuerfrei als auch zollfrei lagern. Wir bieten Kunden aus der ganzen Welt seit vielen Jahren die hochsichere Lagerung von Gold, anderen Edelmetallen sowie sonstigen Wertgegenständen zu attraktiven Konditionen an. Dabei können unsere Kunden zwischen einer Einzelverwahrung des Goldes oder einer Lagerung im Schliessfach wählen und von den unterschiedlichen Vorzügen profitieren. Bei der Echtgeld AG erworbenes Gold können Sie übrigens bequem zu uns liefern und sicher lagern lassen!

Gold: Fördermenge und Stock-to-Flow-Verhältnis

Gold ist auch deshalb so wertvoll, weil das Edelmetall selten und die Vorkommen begrenzt sind. So schätzen Geologen, dass im Durchschnitt auf 250 Tonnen Erdkruste nur ein einziges Gramm Gold kommt. Um den weltweiten Goldhunger zu befriedigen, kletterte die weltweite Goldförderung im Jahr 2024 auf mehr als 3.661 Tonnen. Damit stieg sie nicht nur um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sondern erreichte auch ein neues Allzeithoch.

Die gesamte Menge des jemals geförderten Goldes belief sich Ende 2024 auf gut 216.265 Tonnen. Damit wurden also alleine im Jahr 2024 knapp 1,7 Prozent davon gefördert, was die Beliebtheit des Edelmetalls eindrucksvoll unterstreicht. Da Gold praktisch unzerstörbar ist, ist dieses geförderte Gold noch immer vorhanden. Das alles mag zwar nach einer riesigen Menge von Gold klingen. Das relativiert sich allerdings durch eine visuelle Veranschaulichung. Würde alles jemals geförderte Gold gestapelt, hätte der so entstehende Würfel nicht einmal eine Kantenlänge von 22,40 Metern.

Aufschlussreich ist ein Blick auf das sogenannte Stock-to-Flow-Verhältnis. Dieses gilt als Mass für die Knappheit eines Rohstoffs. Das Verhältnis zeigt, wie viele Jahre es dauern würde, um den Bestand des jeweiligen Rohstoffs – bei gleichbleibender Fördermenge – zu verdoppeln. Rechnerisch ergibt sich dieser Wert durch die Division von jährlicher Goldfördermenge durch den gesamten Goldvorrat – also alles Gold, das jemals gefördert wurde. Auf Basis der oben angegebenen Zahlen ergibt sich dabei ein Wert von rund 59. Es würde also 59 Jahre dauern, den derzeitigen Goldbestand – unter der Annahme einer gleichbleibenden Fördermenge – zu verdoppeln. Dieses hohe Stock-to-Flow-Verhältnis – das des ebenfalls begehrten Edelmetalls Silber ist etwa nicht einmal halb so hoch und das von Platin liegt lediglich bei eins – lässt sich ökonomisch folgendermassen interpretieren: Gold eignet sich gut als Wertspeicher, da es selten und offensichtlich schwer zu vermehren ist und der Gesamtbestand nur sehr langsam zunimmt.

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