Gold und seine Ästhetik

Das Edelmetall als emotionaler Vermögenswert und Statussymbol

Wie kein anderer Vermögenswert begeistert uns physisches Gold mit seiner einzigartigen Ästhetik. Es wird seit Jahrtausenden weltweit und über alle Zivilisationen hinweg als Schmuck getragen und hoch geschätzt. Seine Wertdichte unterstreicht die Exklusivität des Edelmetalls und sorgt für ein gehobenes Mass an Aufmerksamkeit. Gold ist unvergänglich, es steht für Reichtum und bietet Sicherheit – in vielen Kulturen gilt es als Statussymbol. Mehr noch, Gold vermag uns auf eine besondere Art zu berühren und Emotionalität auszulösen. Fernab aller monetären Erwägungen ist die mit Gold verbundene Ästhetik und Emotion sogar in der Lage, unsere Kaufentscheidung bei Anlageprodukten zu beeinflussen.

Die Ästhetik von Gold im Überblick

Disclaimer

In diesem Artikel wird der Aspekt der Emotionalität von Gold als Sachwert anhand der Reisebankstudie beleuchtet. Er dient als zusätzliche Information, stellt jedoch keine konkrete Anlageberatung dar. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihrer individuellen Situation bitte an einen Finanzberater.

Nicht monetäre Aspekte von Gold und ihre Relevanz

In einer repräsentativen Studie hat die deutsche Reisebank AG die Relevanz von emotionalen Aspekten bei physischem Gold als Anlageprodukt ermittelt. Dazu führten die Autoren Prof. Dr. Jens Kleine (Experte für Bankmanagement und Finanzwirtschaft) und Dr. Tilmann Gerhards (Vorstand der Reisebank AG) die Metastudie Gold im Portfoliokontext 2025 durch. Diese basiert auf vier unterschiedlichen Forschungshypothesen. Neben der Portfoliooptimierung, den steuerlichen Vorteilen und dem Inflationsschutz, untersuchten die Spezialisten insbesondere die nicht monetären Aspekte von Gold. Dabei legten sie den Schwerpunkt auf psychologische und soziokulturelle Faktoren und wie diese den Nutzen von Gold beeinflussen können.

Die Studienautoren kamen zu dem Schluss, dass sogenannte „Emotional Assets“ eine eigene Anlageklasse darstellen und Gold innerhalb dieser Kategorie eine besondere Stellung einnimmt. Die Ästhetik von Gold ist bei dieser Betrachtung allgegenwärtig. Denn im Gegensatz zu Rendite und Absicherung steht hier die Emotion im Vordergrund, die überwiegend durch Optik und Haptik hervorgerufen wird. Weiterhin können persönliche oder traditionelle Gründe ausschlaggebend für den Erwerb sein. Nicht zuletzt gilt Gold als das älteste Asset der Menschengeschichte.

Darüber hinaus merkten die Autoren an, dass traditionelle Goldmärkte wie Indien, China oder die Türkei häufiger emotionaler reagieren als andere, gegenüber Gold mehr rational geprägte Regionen. In diesen Kulturen hat Gold bereits seit Jahrhunderten eine wichtige Bedeutung, die vielfach religiöse Hintergründe hat.

Antike Münzen aus Gold und Silber
Schon in der Antike wurden Münzen aus Gold geprägt.
© bukhta79 - stock.adobe.com

Gold als Kulturgut und Statussymbol

Gold ist insbesondere in nahöstlichen und asiatischen Gesellschaften tief verwurzelt und besitzt eine grosse Tradition. Es verkörpert Wohlstand und Glück. Bei Zeremonien wie Hochzeiten oder anderen Ritualen wird es als Statussymbol genutzt. Somit ist Gold neben seinen Eigenschaften als Vermögenswert auch Ausdruck von Prestige und sozialer Zugehörigkeit. Das Vermögen in Gold wird innerhalb der Familie von Generation zu Generation übertragen.

Während abstrakte Finanzanlagen eher sachlich und emotionslos betrachtet werden, stellt physisches Gold einen unmittelbaren und greifbaren Besitz dar. So belegen zahlreiche internationale Studien, dass Menschen physischen Objekten häufig einen höheren Wert zuschreiben als den abbildenden oder rein digitalen Kapitalanlagen. „Der Besitz von Gold erzeugt ein Gefühl der Kontrolle und Autonomie, das besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit eine bedeutende Rolle einnimmt“, begründen die Studienautoren Kleine und Gerhards.

In der Metastudie kommen die Experten zu dem Schluss, dass physisches Gold nicht nur aus finanziellen Erwägungen heraus in Krisenzeiten verstärkt nachgefragt wird. Auch psychologische Gründe spielen eine Rolle, weil der Besitz von Gold Ängste und Unsicherheiten abschwächt. Oder anderes formuliert: Der reale Besitz reduziert das Risikoempfinden. Damit geht der subjektive Nutzen von physischem Gold über seinen finanziellen Wert hinaus.

Gold als greifbare Investition

Die einzigartige Ästhetik von Gold, sein vergleichsweise hohes Gewicht und seine Beschaffenheit sind wie kaum ein anderes Asset in der Lage eine emotionale Bindung bei Investoren zu erzeugen. Das Edelmetall kann als physischer Gegenstand in Form von Goldbarren, Goldmünzen oder auch Goldschmuck in die Hand genommen und begutachtet werden. Diese Produkte bieten ein besonderes haptisches Erlebnis, das digitale Assets nicht leisten können.

Weiterhin wird Gold als Wertspeicher oft ausserhalb des Bankensystems aufbewahrt. Dabei ist der physische Charakter entscheidend, denn Gold in rein digitaler Form – wie etwa Goldminenaktien oder Goldpapiere – haben nicht den gleichen Stellenwert. Der reale Zugang ist entscheidend, nicht die technologische Aufbewahrung.

Tatsächlich gibt es nur wenige andere Assets, die eine ähnliche physische Beschaffenheit besitzen und ebenfalls in der Lage sind, eine emotionale Bindung zu erzeugen. Dazu gehören zum Beispiel Immobilien und mit Einschränkungen auch andere Edelmetalle. Mehr zu diesem Thema im nächsten Abschnitt.

Hat Gold eine echte Konkurrenz bei den emotionalen Assets?

In der Reisebankstudie haben die Autoren Gold mit anderen eher emotional geprägten Kapitalanlagen verglichen. Zu den alternativen Anlageklassen mit emotionalen Werten zählen zum Beispiel Kunst- und Sammlerobjekte oder Immobilien. Sie würden sich jedoch dadurch unterscheiden, dass sie häufig durch subjektive Geschmacksvorlieben geprägt sind. Diese werden durch ihre physische Präsenz, die ästhetische Qualität, aber auch durch die symbolische Bedeutung beeinflusst.

Kunst- und Sammlerobjekte sind in der Lage, das Anlageportfolio zu diversifizieren. Ihr Wert entwickelt sich oft unabhängig von anderen Finanzmärkten, steht jedoch in hoher Abhängigkeit zu Angebot und Nachfrage. Die emotionale Bindung entsteht oft durch prägende Ereignisse, wie etwa ein Gemälde als Familienerbstück oder ein Oldtimer als Erfüllung eines Kindheitstraums. Werke von bekannten Künstlern in den eignen vier Wänden, würden zudem den persönlichen Geltungsdrang steigern.

Mercedes Cabriolet Oldtimer
Oldtimer werden auch als Anlageobjekt gesehen.
© Pixabay

Darüber hinaus sind lokale Investments in der Lage, eine starke Verbindung und Identifikation mit der Heimatregion zu schaffen. Sie können das persönliche Ansehen in der Gemeinschaft steigern. Die private Förderung von Firmen bietet Investoren die Möglichkeit, die Unternehmen bei ihrem Wachstum zu begleiten. Dadurch werden sie Teil von Projekten und können Einfluss auf die strategische Ausrichtung nehmen.

Beim Erwerb von Immobilien muss zwischen dem selbst genutzten Eigenheim und der reinen Kapitalanlage durch Vermietung unterschieden werden. Während das Mehrfamilienhaus eher als sachliches Renditeobjekt aufgrund der Mieteinnahmen zu sehen ist, stellt das Eigenheim als Lebensmittelpunkt der Familie einen hohen emotionalen Wert dar. Gleichwohl dient auch der rein private Immobilienbesitz der Vermögenssicherung.

Viele der einzigartigen Merkmale von Gold lassen sich auch auf andere Edelmetalle wie Silber, Platin oder Palladium übertragen. Ästhetik und Emotionalität treffen ebenfalls auf die Weiss- und Graumetalle zu. Jedoch bewegt sich Gold aufgrund seiner hohen Wertdichte in einer eigenen Klasse. Dazu kommt, dass Bulliongold beim Kauf von der Mehrwertsteuer befreit ist. Auf Silber und die Platinmetalle trifft das nur bei einer Lagerung im Zollfreilager zu. Nicht zuletzt lassen sich weisse Edelmetalle aufgrund ihrer empfindlichen Oberflächen nur eingeschränkt in die Hand nehmen. Deshalb werden etwa Silbermünzen oder Silberbarren in luftdicht verschlossenen und anlaufschützenden Behältern aufbewahrt. Bei Goldprodukten ist diese Vorgehensweise nicht erforderlich.

Die Bedeutung von Gold in der Historie und bis heute

Seit Jahrtausenden gilt Gold als ein Symbol für Macht und Einfluss. Häufig ist es begehrt, um Reichtum und Erfolg vorweisen zu können. Gold wird als wertvolles Gut betrachtet, das durch starke ökonomische und kulturelle Aspekte unvergänglich erscheint. Dadurch erzeugt es eine kontinuierliche Begehrlichkeit. Welch hohe Anziehungskraft Gold besitzt, wird durch viele Ereignisse in der Vergangenheit deutlich. Wie etwa der amerikanische Goldrausch im 19. Jahrhundert. Tausende Menschen brachen um 1848 nach Kalifornien auf, um wirtschaftliche und persönliche Lebensziele mit Gold zu erreichen. Zu ähnlichen Massenbewegungen kam es später in Kanada und Alaska.

Doch auch in der Neuzeit hat Gold nichts von seiner Faszination eingebüsst. Zwar sind die Zeiten der Goldsucher längst vorbei, doch wird das Edelmetall insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeitphasen gekauft. Dies belegen die teils enormen Anstiege des Goldpreises während der Finanzkrise ab 2008, der Corona-Pandemie ab 2020 oder den geopolitischen Auseinandersetzungen in der Ukraine oder dem Nahen Osten ab 2022.

Fernab dieser eher monetären Aspekte wurde Gold immer schon als Herrschaftssymbol genutzt. Es findet sich bereits in zahlreichen Kronen und Zeptern wieder, die vor mehr als zweitausend Jahren geschaffen wurden. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Ästhetik von Gold wird rund um den Globus als Machtsymbol geschätzt. So liess der US-amerikanische Präsident Donald Trump 2025 während seiner zweiten Amtszeit sein Büro „Oval Office“ reichhaltig mit 24-karätigem Gold verzieren. Dort empfängt der wichtigste Mann Amerikas Staatsoberhäupter aus allen Ländern und Kulturen. Damals wie heute „verkörpert Gold traditionell Macht und gesellschaftliche Überlegenheit“, heisst es in der Studie. Es diene als materieller Ausdruck von hohem sozialen Rang, so die Autoren.

Fazit: Gold hat eine Spitzenposition bei den emotionalen Kapitalanlagen

Die Bedeutung von Emotionalität bei Geldanlagen ist nicht zu unterschätzen, wie die Reisebankstudie «Gold im Portfoliokontext 2025» belegt. Immobilien, Kunstgegenstände oder Sammlerobjekte werden vielfach nur zweitrangig wegen ihres teilweise hohen Sachwerts gekauft. Nicht selten überwiegen starke persönliche Gründe und Vorlieben. Einige dieser Eigenschaften treffen ebenfalls auf Produkte aus Gold zu. Mehr noch als Goldschmuck oder goldgefasste Uhren, lässt sich dieser Aspekt auf Goldmünzen und Goldbarren übertragen. Sie stellen einen im Wortsinne greifbaren Wert dar, der sich mit kaum einem anderen Asset vergleichen lässt: Aktien, Goldpapiere oder Fonds lösen keine Emotionen aus – selbst, wenn diese beim Herausgeber mit Gold hinterlegt sind. Anders bei physischem Gold. Seine einzigartige Ästhetik erfordert seinen persönlichen Besitz. Es ist Statussymbol, vermag Macht zu verkörpern und vermittelt Sicherheit – seit vielen Tausend Jahren.

Anders als andere emotionalen Assets stellt Bulliongold zusätzlich einen Wert dar, der sich weltweit und kurzfristig immer zu Geld machen lässt. Wobei das Edelmetall seine Vorzüge insbesondere auf langfristiger Basis ausspielen kann. Deshalb gehört es für viele Experten in ein Portfolio mit anderen Anlagen zur Diversifizierung.

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